Das schwere akute Lungenversagen des Erwachsenen: Einfluss der Versorgungsqualität und individueller Patientenmerkmale auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Überlebenden

DACAPO

 

1.       Vorhabenziel:

Ziel des Vorhabens ist die deutschlandweite systematische Erfassung von Patienten mit schwerem Lungenversagen und deren Lebensqualität nach abgeschlossener Behandlung, sowie die Beschreibung und Identifikation von Lebensqualitätsprädiktoren und Qualitätsmerkmalen der gesamten Versorgungskette. Aus den umfangreichen Daten werden Ansatzpunkte innerhalb des Versorgungssystems identifiziert, um die Organisation desselben zu verbessern (beispielsweise durch Einbindung der erstversorgenden Kliniken, Verbesserung des Transportsystems, Stärkung der Zentren und Rehabilitationseinrichtungen) und somit die Lebensqualität bei Überleben zu steigern.   

 

2.       Arbeitsplanung

Das Vorhaben ist über 3 Jahre angelegt. Im ersten Jahr  werden innerhalb von 6 Monaten das Studienprotokoll erstellt, das Ethikvotum eingeholt, eine Datenbank  entwickelt und das Personal der teilnehmenden Zentren geschult.  Der Einschluss von Patienten (Ziel = 2400 Patienten) beginnt ab Monat 7 und erfolgt für ein Jahr über das ARDS-Netzwerk Deutschland (52 Kliniken). Im Rahmen der gesamten Versorgung werden relevante medizinische und nicht-medizinische Daten erfasst. Darüber hinaus wird die Struktur- und Prozessqualität  der an der Versorgung beteiligten Institutionen dokumentiert. Die follow-up-Phase beginnt Mitte des 2. Jahres mit der wiederholten Nachuntersuchung der Patienten (Lebensqualität), sowie der Datenreinigung und Analyse. Im Jahr 3 erfolgen Abschlussanalyse und -bericht sowie die Publikation der Ergebnisse.

 

Geplante Ergebnisverwertung

Auf Basis der Identifikation von Stärken und Schwächen der Versorgungskette von Patienten mit akutem Lungenversagen sollen konsekutiv Ansätze zur Verbesserung der Versorgung umgesetzt werden. Geplant ist ein Ausbau des ARDS Netzwerkes Deutschland als übergreifende Koordinations- und Kooperationsstruktur, um eine optimierte Versorgung nachhaltig zu verankern. Quantitativer Ausbau: flächendeckende Hinzunahme weiterer Zentren, um erstversorgenden Krankenhäusern eine rasche Weiterversorgung zu gewährleisten und  „Puffer“-Kapazitäten für endemische Situationen zu schaffen. Qualitativer Ausbau: Zertifizierung, Verbesserung des Wissens-, Technik-, und Patiententransfers zwischen den ARDS-Zentren, Implementierung psychosozialer Versorgungsstrategien in der Akutversorgung und Rehabilitation mit dem Ziel: Steigerung der Lebensqualität und der materiellen Existenz („return to work“) nach überlebtem ARDS, Reduktion der Versterberate, Reduktion der direkten und indirekten Gesamtkosten.

Link zur DACAPO Webseite: http://www.dacapo-ards.de

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Bein
thomas.bein@klinik.uni-regensburg.de