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Das akute Lungenversagen (ARDS, acute respiratory distress
syndrome) ist ein Syndrom, dass unter Anwendung der vereinbarten Kriterien der
Europäisch-Amerikanischen Consensus Conference (EACC) (1) folgende Merkmale
aufweist:
Die Angaben zur Inzidenz des Syndroms variieren in neueren Studien zwischen 1,5 Fällen für das schwere ARDS mit einem paO2/FiO2 < 110 und 88,6 Fällen pro 100000 Einwohner und Jahr für das Auftreten eines ALI (acute lung injury) (2). Für Deutschland gibt es Daten für den Berliner Raum aus dem Jahr 1995 (3). Für Europa hat die ALIVE Studie auf 78 Intensivstationen in 10 Ländern eine Sterblichkeit des ARDS mit 57,9 % und 49,4% für ALI angegeben (4). Die mittlere Verweildauer auf der Intensivstation betrug für diese Patienten mit ARDS und ALI 16,3 Tage bzw. 16,5 Tage. Das ARDS ist daher eine seltene Erkrankung im Gegensatz zum ALI, wobei die Verweildauer und die hohe Sterblichkeit einen hohen medizinischen Einsatz für eine erfolgreiche Therapie einfordern. Die
Relevanz evidenzbasierter Medizin im Hinblick auf die Prozess- und
Outcome-Qualität ist beim ARDS schwer einzuschätzen, da die Therapie sehr
vielschichtig ist (z.B. Beatmungsverfahren, Kreislaufunterstützung, Indikation
für extrakorporale Lungenunterstützung). In einigen dieser Module können
EBM-basierte Richtlinien implementiert werden, in anderen wiederum nicht. Daher
können die Prozess- und Outcome-Qualität in multizentrischen Studien
unterschiedlich sein, in denen einer dieser Therapieansätze untersucht wird. |
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